Presse
Aufruf zur Schlepperdemo zur Urananreicherungsanlage Gronau
Metelen, 14. April 2011 (AMGA)

Unsere landwirtschaftlichen Betriebe befinden sich in räumlicher Nachbarschaft zu den Atomanlagen in Ahaus, Gronau und Lingen. Ein großer kerntechnischer Unfall hätte für uns die gleichen dramatischen Folgen und die gleichen Konsequenzen für einen mehrere Jahrhunderte andauernden Zeitraum wie in Fukushima oder Tschernobyl. Früher hieß es: ein Super-GAU – bezogen auf die 442 AKW weltweit – ereignet sich statistisch gesehen nur einmal in 100.000 Jahren. Heute wissen wir, dass das atomare Restrisiko sehr viel höher und nicht sicher kalkulierbar ist.
Mit einem ambitionierten Ausbau erneuerbarer Energien wie Sonne, Wind und Biomasse stehen zu dem neue Technologien zur Verfügung, so dass die AKW innerhalb der nächsten fünf Jahre sukzessive vollständig abgeschaltet werden können. Auch hinsichtlich der ungelösten Entsorgungsfrage des radioaktiven Mülles ist die Abschaltung der AKW ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein gegenüber unseren nachfolgenden Generationen.
Doch ein zügiger Ausbau der Erneuerbaren Energien wird durch gesetzliche und administrative Hemmnisse ausgebremst. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Politik eher im Sinne des einflussreichen Energie- und Wirtschaftsestablishment Energiepolitik gestaltet hat. So zum Beispiel bedeuten die beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerungen erhebliche Verzögerungen für die Ausbaugeschwindigkeit der Erneuerbaren Energien. Doch durch die dramatischen Ereignisse in Fukushima hält die Politik hinsichtlich einer Meinungsfindung zur zukünftigen Atomkraftnutzung zur Zeit inne.
Wir halten es aus landwirtschaftlicher Sicht mit drei Atomanlagen in unmittelbarer Nachbarschaft für erforderlich, öffentlich aufzuzeigen, dass die Atomkraftnutzung unverantwortbar und deshalb nicht sozial tragbar ist. Denn nicht ohne Atomkraft gehen die Lichter aus – sondern mit ihr! Deshalb rufen wir als Landwirte dazu auf, an einer Schlepperdemo nach Gronau am Ostermontag teil zu nehmen. In Gronau veranstaltet der Landesweite Trägerkreis „Gronauer Ostermarsch“ ab 13.30 Uhr eine der zwölf bundesweit organisierten Großdemos.
Danach findet ein Demonstrationszug vom Gronauer Bahnhof zur 3 km entfernten Urananreicherungsanlage der Firma Urenco statt. Unsere Schlepper werden mehrreihig nebeneinander vor dem Demonstrationszug vorweg fahren und anschließend hinter dem Kreuzungsbereich der alten B 54 und der Zufahrtstraße zur Urananreicherungsanlage in Richtung Ochtrup parken. Die Veranstalter erwarten über 10.000 Teilnehmer am Demonstrationszug. Da die Entfernung von Metelen nach Gronau lediglich 11 km beträgt, sind auch 25km Schlepper/Oldtimer gerne willkommen. Die Hinfahrt erfolgt aus dem Kreis Steinfurt sternförmig über Metelen. Örtliche Sammelstellen und Abfahrtzeiten werden noch rechtzeitig bekannt gegeben.


